Schäferwagen als Erstwohnsitz: Mobile Häuser im Überblick

Sie zählen zu den ältesten Nomaden der Menschheitsgeschichte. Als fahrendes Gewerbe haben Schäfer das mobile Wohnen stetig weiterentwickelt. Handelte es sich bei den ersten Schäferwagen noch um einfache Handkarren, gab es Ende des 19. Jahrhunderts bereits vollständig geschlossene Mobilheime.

Zwar ist der Beruf des fahrenden Schäfers heute so gut wie ausgestorben, dennoch freut sich der Schäferwagen heute einer großen Beliebtheit. Mobile Kleinhäuser sind derzeit auf dem Vormarsch und immer mehr Menschen lernen die Freiheit des mobilen Wohnens zu schätzen. Ein Wohntrend, der mit dem sogenannten Tiny House Movement in einer eigenen Bewegung mündet. Deren Anhänger schätzen die ökologischen Vorteile und die Flexibilität, die Minihäuser bieten.

Historische Schäferwagen sind heute selten anzutreffen. Es gibt jedoch eine ganze Reihe an Manufakturen, die entsprechende Nachbauten produzieren. Darüber hinaus gibt es ähnliche Bauformen, die zumeist als Tiny House Bezeichnung finden. Hier einige aktuelle Beispiele in unserem Portfolio:

Modell Frankreich

Modell Canada

Modell Österreich

Schlüsselfertig Schlüsselfertig Schlüsselfertig

Weitere Tiny Homes

Baugenehmigung: Fahrzeug oder Haus? 

Viele Eigentümer von Schäferwagen gehen davon aus, dass das Aufstellen eines Schäferwagens keine Baugenehmigung erfordert. Diese wird bei einem Wohnwagen oder einem Pkw-Anhänger schließlich auch nicht benötigt. Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht. Denn auch wenn Wohnanhänger wie Schäfer- und Zirkuswagen zunächst als Fahrzeug gelten, ändert sich deren juristische Funktion bei längerer Nutzung als Wohnsitz.

Sobald die transportable Behausungen längere Zeit als Wohnunterkunft genutzt wird, gilt sie als vollwertiges Gebäude. Damit einher geht, dass Eigentümer eine Baugenehmigung einholen müssen. Das gestaltet sich jedoch vielerorts schwierig.
Eine oft genutzte Alternative bieten Campingplätze. Hier erfordert ein Aufstellen des Schäferwagens die Erlaubnis des Betreibers. Eine Baugenehmigung durch das Bauamt hingegen ist nicht erforderlich.

Campingplätze zählen laut Bebauungsplan als Sonderflächen. Demnach gehören sie zu den Grundstücken, die der freizeitlichen Nutzung und Erholung dienen. Streng genommen ist es nicht erlaubt, diese Flächen als Abstellfläche für Schäferwagen zu nutzen, die als permanenter Erstwohnsitz Verwendung finden. In der Praxis jedoch gibt es mehrere tausend Dauercamper bundesweit. Hier drücken die zuständigen Behörden in den meisten Fällen ein Auge zu.

Wohnen auf kleinsten Raum

Die Wohnfläche eines Schäferwagens liegt bei den meisten Bauten unterhalb der 10 Quadratmeter. Um hier einen komfortablen Wohnraum zu schaffen, bedeutet es Reduktion und eine gut durchdachte Planung.

Ein wesentlicher Bestandteil ist ein Podestbett. Das Hochbett ist mit einer Leiter zugänglich und schafft einen Schlafplatz unter dem Dach des Mobilhauses. Als Bad dient meist eine abgegrenzte Nische. Davon abgesehen findet das Wohnen in einem einzigen Raum statt.

Eine Wohnform, die sicherlich nicht bei jedem auf Anklang stößt. Eine gute Möglichkeit, sich hier einmal auszuprobieren, bietet die temporäre Miete oder der Urlaub im Schäferwagen.

Preise

Die Kosten für einen zum Erstwohnsitz ausgebauten Schäferwagen belaufen sich zwischen 20.000 und 50.000 Euro. Das entspricht einem Preis pro Quadratmeter, der sich auf um die 2.000 Euro beläuft.